Sturzrisiko erkennen und vermeiden

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10 Tipps gegen das Hinfallen

Der Sturz ist kurz, aber was danach kommt, hat meistens langwierige Folgen bis hin zur dauerhaften Pflege. Deshalb ist es so wichtig, schon bevor man an der Schwelle zum Alter steht, an die Sturzgefahren zu denken, die sich später im wahren Wortsinn in den Weg stellen können.

„Ein Viertel der Stürze im Alter wäre vermeidbar, wenn es längere Zeit davor ein Körpertraining gegeben hätte.“ Dies glaubt Dr. Christian Hartmann, Oberarzt der Geriatrischen Abteilung des Hamburger Marienkrankenhauses. Kraftmangel und allgemeine Gebrechlichkeit seien die häufigsten Unfallursachen. Denen ließe sich mit einem leichten Training erfolgreich begegnen. Drei Mal pro Woche zwanzig Minuten reichten dafür bereits, fügt Hartmann an. Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder schon der regelmäßige Spaziergang seien dafür gut geeignet. „Es ist nie zu spät, damit anzufangen“, betont er.

  1. Regelmäßiges Ausdauer- oder Krafttraining, um Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen und verminderte Mobilität zu vermeiden.
  2. Augen und Ohren prüfen lassen und Schwächen mit Seh- und Hörhilfen korrigieren.
  3. An Treppen mit hohem Sturzrisiko Handläufe auf beiden Seiten anbringen.
  4. Den richtigen Umgang mit Handstock, Unterarmgehstützen oder Rollator üben, um sie sicher nutzen zu können.
  5. Aufstehen von Stuhl oder Sessel mit Aufstehhilfen wie beispielsweise dem Katapultsitz üben.
  6. Bei Teppichen, Brücken oder Läufern einen Gleitschutz unterlegen und darauf achten, dass keine Ecken hochstehen.
  7. Ausreichend Haltegriffe bei Toiletten und in Badezimmern anbringen.
  8. Feuchtigkeit oder Abfälle auf dem Fußboden wie Kartoffel- oder Apfelschalen sofort beseitigen.
  9. Wenn nötig, ein Hausnotrufsystem einrichten, mit dem Hilfskräfte alarmiert werden können.
  10. Auf gesunde, eiweißreiche Ernährung achten und einen Mangel an Vitamin D vermeiden.

Die häufigste und sehr ernste Folge eines Sturzes ist der Oberschenkelhalsbruch. Auch Brüche der Rippen, des Schlüsselbeins, des Handgelenks, der Unterarmknochen sowie Wirbelfrakturen kommen häufig vor. Hartmann: „Ein Drittel der Menschen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal im Jahr, und in zwanzig Prozent der Fälle ist danach medizinische Hilfe und schlimmstenfalls lebenslange pflegerische Betreuung notwendig.“
Die Ursachen für Stürze im Alter können im körperlichen und geistigen Bereich liegen, auch im Haus oder der näheren Umgebung. An der Spitze der langen Ursachenliste steht die schwindende Muskelkraft der Beine und Gleichgewichtsstörungen, aus denen die Unsicherheit beim Gehen resultiert. Es können aber auch plötzlich einsetzende Blutdruckschwankungen sein. Oder Herzrhythmusstörungen, Depressionen, falsch oder ungenügend eingenommene oder ungeeignet miteinander kombinierte Medikamente. Hinzu kommen als Ursachen unebene Wege, schlechte Beleuchtung sowie herumliegende Gegenstände.